von Sasan Esfandiari
Der Taekwondo-Sportler sollte in Worten und Taten stets Anstand wahren. Darin zeigt sich eine gefestigte Persönlichkeit.

A: die Etikette
Ein hohes Maß an Etikette sollte von den Schülern innerhalb und außerhalb des „dojangs“ eingehalten werden. Die Etikette sollte beim Verhalten von Schülern niedriger Grade gegenüber Höherstehenden während des Trainings gewahrt werden, von höherstehenden Schülern gegenüber Älteren außerhalb der Übungsräume und von allen Schülern bei Besuchen anderer „dojang“.
Auf jeden Fall sollte Wert auf richtiges und korrektes Grüßen gelegt werden, da dies im Westen wie auch im fernen Osten als Respektbezeugung gilt. Es wäre in der Tat geschmacklos, wenn ein Inhaber des schwarzen Gürtels einen Anfänger mit weißem Gürtel geringschätzig behandeln würde, da dieser unschwer sowohl altersmäßig als auch seiner Stellung nach dem Lehrer überlegen sein könnte. Schüler, die andere dojangs besuchen, müssen vorschriftsmäßigen Respekt bekunden und die Regeln der Bescheidenheit und Höflichkeit jederzeit einhalten.
B: die Begrüßung
Das Handeln des Taekwondo-Sportlers muss von seinem Ehrgefühl getragen sein und sich in der Achtung vor dem anderen ausdrücken, was sich auch in einer höflichen Begrüßung zeigt. Bei der Begrüßung ist der Kopf um 45°, der Rücken um 15° geneigt; die Fersen stoßen zusammen.
C: das richtige Verhalten im Trainingsraum
Schüler begrüßen.
Anfänger den Raum, so muss er aufstehen und diese begrüßen.
gegenüber ist unabhängig von Alter und Geschlecht.
er sich beim Meister melden und um Erlaubnis bitten, am Training
teilnehmen zu dürfen.
Zuschauer müssen sich ruhig verhalten.
Besucher dem Meister vorstellen und ihm mitteilen, ob sie trainieren
oder zuschauen wollen. Die Erlaubnis des Meisters ist abzuwarten.
10. Ist der Meister zu Beginn des Trainings nicht anwesend oder anderweitig
beschäftigt, so beginnt der ranghöchste Schüler mit dem Aufwärm-
training. Sobald der Meister zur Leitung des Trainings bereit ist, übergibt,
mit einem Gruß, der leitende Schüler das Training sofort an den Meister.
D: die Taekwondokleidung und ihre Aufbewahrung
ordentlich gekleidet sein.
sich der Betreffende in einem geeigneten Augenblick umdrehen und
seine Kleidung in Ordnung bringen.
gelegt werden.
Die Geisteshaltung im Taekwondo
Das Taekwondo-Training verhilft einerseits dazu, geringe Kraft zu steigern und andererseits körperliche Kraft wirkungsvoll einzusetzen.
Durch das wissenschaftlich kontrollierte Training von Taekwondo werden bestimmte Körperteile (z.B. Hände und Füße) so verändert, dass sie Funktionen von Dingen wie einem Messer, einem Hammer oder einer Lanze ähnlich werden. Das Erreichen dieser Ziele hängt ab von einem kontinuierlichen Training, Geduld und Ausdauer, einer bestimmten geistigen Haltung und von der Fähigkeit, alle Sinne und alle Kraft auf einen bestimmten Punkt zu konzentrieren. Das Taekwondo-Training ermöglicht es auch körperlich schwachen Menschen, durch schnelles, konzentriertes und zielgerichtetes Angreifen, einen starken Gegner zu besiegen. Damit beim Taekwondo die körperliche Kraft in die richtigen Bahnen gelenkt wird, ist es äußerst wichtig, dass alle Teilnehmer regelmäßig, diszipliniert und unter Einhaltung der Regeln am Training teilnehmen. Ferner müssen die Sportler innerlich gefestigt, d.h. nicht leicht erregbar sein. Wichtig ist also, dass der Sportler nicht spontan seinen Gefühlen nachgeht, sondern vor einer möglichen Auseinandersetzung nachdenkt und eine bescheidene Haltung einnimmt. Das höchste Ziel des Taekwondo-Trainings ist es, nicht rücksichtslos vorzugehen, sondern die persönliche Geisteshaltung auszubilden. Damit der Sinn des Taekwondo erhalten bleibt ist es erstrebenswert, eine Dan-Prüfung abzulegen und sein persönliches Reifezeugnis zu erhalten. Dann bleiben die Persönlichkeitsausbildung und in Verbindung damit die Beherrschung der Technik die wichtigsten Ziele.
In diesem Zusammenhang ist es für jeden Leser, der bereits am Taekwondo-Training teilnimmt oder der damit beginnen möchte, bedeutsam, dass er Wesen und Sinn des Taekwondo erkennt. Ohne die Beachtung der Ziele und Inhalte kann Taekwondo zu einem gefährlichen und brutalen Sport werden.